Warum hat ein Handy in gewissen Gebäuden schlechten Empfang?
Das Signal verschwindet, sobald Sie ein Gebäude betreten? Wände, Baumaterialien, Untergeschosse, Distanz zur Antenne, genutzte Frequenzen: Das beeinflusst den Mobilfunkempfang im Innern wirklich – und so verbessern Sie ihn.

Sie befinden sich mitten in der Innenstadt, Ihr Anbieter weist eine ausgezeichnete Netzabdeckung aus … und trotzdem verschwindet das Signal, sobald Sie ein Gebäude betreten, oder Anrufe werden schwierig.
Keine Sorge: Das ist nicht zwingend ein Problem Ihres Anbieters. In den meisten Fällen liegt es schlicht daran, wie sich Funkwellen ausbreiten.
Wände blockieren die Funkwellen
Das Mobilfunknetz funktioniert über Funkwellen, die von den Mobilfunkantennen ausgesendet werden.
Wenn diese Wellen ein Gebäude durchdringen, werden sie von den Baumaterialien teilweise absorbiert oder reflektiert.
Je dicker oder dichter die Wände sind, desto stärker wird das Signal abgeschwächt, bevor es Ihr Handy erreicht.
Gewisse Materialien sind besonders problematisch
Nicht alle Gebäude sind gleich.
Die folgenden Materialien können das Signal stark dämpfen:
- Stahlbeton;
- Metallkonstruktionen;
- moderne Verglasungen mit Wärmeschutz- oder Metallbeschichtung;
- Fassaden, die mit bestimmten Materialien gedämmt sind.
Deshalb kann ein neues, sehr gut gedämmtes Gebäude manchmal einen schlechteren Empfang bieten als ein älteres Haus.
Untergeschosse sind oft am schwierigsten
Tiefgaragen, Keller, Technikräume oder Aufzüge sind von Beton umgeben und liegen teilweise mehrere Meter unter der Erde.
Für die Funkwellen ist es dann deutlich schwieriger, Ihr Handy zu erreichen – das erklärt die häufigen Netzausfälle an diesen Orten.
Auch die Distanz zur Antenne spielt eine Rolle
Je weiter Sie von einer Mobilfunkantenne entfernt sind, desto schwächer ist das empfangene Signal.
Im Innern eines Gebäudes kommt dieser Verlust zu jenem hinzu, der durch Wände und Fenster verursacht wird.
Das Ergebnis kann ein Empfang sein, der für ein Telefonat oder eine komfortable Internetnutzung nicht ausreicht.
Nicht alle Frequenzen verhalten sich gleich
Die Anbieter nutzen mehrere Frequenzbänder.
Die tieferen Frequenzen dringen in der Regel besser ins Gebäudeinnere vor, während höhere Frequenzen mehr Bandbreite bieten, Hindernisse aber weniger leicht durchdringen.
Deshalb kann Ihr Handy draussen einen ausgezeichneten Empfang anzeigen und drinnen einen deutlich schlechteren.
Auch das Handy selbst ist wichtig
Nicht alle Smartphones verfügen über die gleiche Funkleistung.
Zwei Geräte, die nebeneinander liegen und denselben Anbieter nutzen, können je nach Qualität ihrer Antennen und Komponenten einen unterschiedlichen Empfangspegel anzeigen.
Auch Software-Updates können das Netzmanagement verbessern.
Wie lässt sich der Empfang verbessern?
Einige einfache Massnahmen können manchmal den Unterschied machen:
- sich näher zu einem Fenster begeben;
- Untergeschosse meiden, wenn möglich;
- WLAN-Anrufe (Wi-Fi Calling) aktivieren, sofern Ihr Handy und Ihr Anbieter dies unterstützen;
- Ihr Smartphone auf dem neuesten Stand halten.
Für Unternehmen oder grosse Gebäude gibt es zudem professionelle Lösungen, um die Mobilfunkabdeckung innerhalb der Räumlichkeiten zu verbessern.
Zusammengefasst
Ein schlechter Empfang im Innern eines Gebäudes bedeutet nicht zwingend ein schlechtes Mobilfunknetz.
Die Dicke der Wände, die Baumaterialien, die Distanz zur Antenne, die genutzten Frequenzen und selbst das Modell Ihres Handys beeinflussen alle die Signalqualität.
Bevor Sie zum Schluss kommen, dass ein Anbieter Ihre Region schlecht abdeckt, sollten Sie also die Umgebung berücksichtigen, in der Sie sich gerade befinden.



